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Um den Grund des Priestermangels zu erfahren und wie man heute mit ihm umgehen soll, müssen wir an jenen Ort gehen, wo er beginnt- begonnen hat. Und das ist, das kann niemand abstreiten, doch der Glaubensschwund der heutigen Zeit. Und zwar nicht nur in der Welt sondern in der Kirche, in der Pfarreien selbst.
Gott beruft auch heute! Aber sein rufen wird nicht mehr wahrgenommen.
Es ist nicht der Berufskiller Zölibat, wie es im kantonalen Pfarreiblatt von Luzern genannt wurde.

Ist es heute nicht so, das gerade in den Pfarreien oft die Identität des Priesters gar nicht mehr bewusst ist?
Der Priester ist nicht einfach ein Beruf, sondern eine Berufung. Was ist die Identität des Priesters? Was macht den Priester zum dem, was er in Wahrheit ist?
Die Identität des Priesters ist; wenn er mit Christus in seinem ganzen Sein identifiziert ist, sich täglich vom heiligen Geist umwandeln lässt, und so die Lebensweise unseres Herrn Jesus Christus ganz in sein ganzes Sein einprägt. Erzbischof Mauro Piacenza wurde die Frage gestellt: Was würde der Heilige Vater einem Priester wohl unter vier Augen sagen?
Antwort: "Ich glaube der heilige Vater würde jedem Priester sagen: Du bist kein Beamter und kein Angestellter der Kirche. Du verkörperst Christi Gegenwart unter den Menschen. Du musst auf vorbildliche Weise unseren Herrn vertreten. Du musst dich selbst gegeben. Die Kirche braucht wirklich authentische Christen: Laien die wirklich Laien sind, Ordensleute, die wirklich Ordensleute sind und Priester, die voll und ganz Priester sind. " Der Priester verkörpert Christus, und kann nur "ein ganzer Christus" werden, wenn er sich selbst, sein ganzes Sein, Christus schenkt. Das ist auch der Sinn des Zölibats!
Die Frage ist nun, kann der Priester in unserer Pfarrei wirklich voll und ganz Priester sein? Oder ist er wohl eher ein Manager geworden?
Ist es nicht so, dass heute oft das allgemeine, mit dem Weihepriestertum vermischt wird? Ein Beispiel ist dafür die Laienpredigt in der hl.Messe, ja sogar das Evangelium wird von Pastoralassistenten/innen, vorgelesen. Es wird so die Identität des Priesters in Frage gestellt. Christus wird im Worte (im Evangelium) Gegenwart und dann in der Eucharistie, durch den Priester, der sich ganz Jesus schenkt. Das heisst natürlich nicht, dass der Laie nicht das Evangelium lesen kann (er soll es sogar jeden Tag lesen), aber in der hl.Messe ist es einzig und allein dem Priester (oder auch dem geweihtem Diakon) vorbehalten, der der Christus verkörpert.
Die schlimmste und zerstörerische Meinung ist jene, die meint es könne auch gut gebildete Männer und Frauen die "Priesterfunktion" übernehmen.
Die Herzen der Jugendlichen wird durch diese Meinung verblendet, die zum Priester berufen wären, die sich dann fragen, warum soll ich denn noch Priester werden? Warum soll ich Priester werden, wenn Erwachsene die Priesterberufung ablehnen und leugnen?
Es gibt also zusammengefasst 2 Hauptgründe die für den Priestermangel verantwortlich sind, ihn fördern und ausbreiten.
1. Die Melodie Gottes (der Ruf Gottes) wird oft übertönt durch die Melodie der Welt.
2. Wird die Melodie Gottes,  von vielen, die sich Katholiken nennen, nicht mehr gefördert. Ja, sie helfen sogar die Melodie Gottes zu übertönen, in dem sie zum Beispiel die Identität des Priesters leugnen, den Zölibat verabscheuen und so das ganze grosse Geheimnis der Eucharistie leugnen.
Die Eucharistie ist die Mittelpunkt einer Pfarrei, es ist der Anziehungspunkt, hier kann man die leise Melodie hören. Es ist der Ort wo Jesus sagt: "Wenn ich erhöht bin werde ich alle an mich ziehen."
Der hl.Julien Eymard, von dem ich gerade das Buch gelesen habe, sagte treffend zu den Priestern: "Meine lieben Herren, es gibt nur ein Heilmittel in unserer argen, verderbten Zeit, die eucharistische Predigt. Wir sprechen so gern von Bethlehem, von Nazareth und Golgatha. Aber der Herr ist nicht mehr in der Krippe, nicht mehr in der Zimmermannswerkstatt, nicht mehr am Kreuz. Warum führen wir die Seelen nicht dorthin, wo er wirklich ist, warum führen wir sie nicht zum Tabernakel? Hier ist der Mittelpunkt, hier brennt sein Feuer, hier wacht seine Liebe. Nehmt eure Gläubigen wie Kinder an der Hand und führt sie dorthin, wo die ewige Lampe brennt! So hat es meine Mutter getan, als ich kaum die ersten Schrittchen machen konnte. Seien Sie Väter und Mütter des armen Volkes, das ohne Sie verloren ist wie die Herde ohne Hirten!"

Wir brauchen also eine Kirche die aus dem Inneren herausstrahlt, dieses Innere, diese Mitte, das Herz der Kirche, ist niemand anders als Jesus Christus selbst. Das ist die hl.Eucharistie, bei der Jesus durch den Priester täglich auf die Welt kommt. Der heilige Bruder Klaus erklärt das Radbild so: "Gott ist nach Art eines kleinen Kindleins in die höchste Jungfrau hineingegangen und herausgekommen, ohne ihre Jungfräulichkeit zu verletzen. Denselben zarten Leib hat er uns zur Speise gegeben mit seiner ungeteilten Gottheit... So ist die Grossmächtigkeit Gottes des Allmächtigen in dieser kleinen Substanz der Hostie." Jesus sagte: "Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben."  Glauben wir das wirklich?
Wenn wir an dieses wunderbare Geheimnis glauben und es zu unserem Mittelpunkt unseres Lebens wird, dann erkennen wir wozu es einen Priester gibt und wozu es den Zölibat braucht!
Papst Benedikt XVI. ist genau auch in dieser Überzeugung: "Jede grosse Reform ist in irgendeiner Weise verbunden mit der Wiederentdeckung des Glaubens an die eucharistische Gegenwart des Herrn inmitten seines Volkes."
Beten wir also für die Jugendliche, dass sie Ihre Herzen Gottes Anruf öffnen und auch für die Priester um ihre Heiligung, damit sie ihrer Berufung treu bleiben und immer mehr in dieses so wunderbare Geheimnis, der Eucharistie hineinwachsen!

(Autor Kevin Blum)